In unserer Kategorie „Schwerter*innen im Porträt“ stellen wir unterschiedliche Persönlichkeiten vor, die vielleicht nicht immer in der ersten Reihe stehen, aber durchaus spannendes zu erzählen haben. Von interessanten Macher*innen hinter einem Projekt, über ehrenamtlich Engagierte bis hin zu den kreativen Köpfen in Schwerte – hier heißt es einmal im Monat: „Fünf Fragen an…“
1. Wir sind…?
… das Leitungsteam des ADFC Schwerte (Allgemeiner Deutscher Fahrradclub Schwerte). Wir alle sind in Schwerte zu Hause und engagieren uns mit Freude und Überzeugung für das Radfahren in unserer Stadt. Im Kreis der anderen Aktiven unserer Ortsgruppe kümmern wir uns vorrangig um die Koordination und Planung von Aktionen und Maßnahmen, die geeignet sind, den Radverkehr in Schwerte voranzubringen.
Bei all dem sind wir stets auf der Suche nach der Balance zwischen der eigenen Freude am Radfahren, dem Bestreben, diese positive Erfahrung möglichst vielen Mitmenschen zu vermitteln, und der Lobbyarbeit für den Radverkehr im Interesse der Allgemeinheit.
2. Der ADFC Schwerte ist…?
… rein vereinsrechtlich eine von aktuell neun Ortsgruppen innerhalb des ADFC-Kreisverbands Unna e.V.. In der jetzigen Form existieren wir seit 2011 und haben derzeit 193 Mitglieder. Wir setzen uns mit Leidenschaft dafür ein, Radfahren in unserer Stadt sicher, attraktiv und selbstverständlich zu machen. Deshalb engagieren wir uns für bessere Radwege und mehr Verkehrssicherheit, kurz gesagt für ein fahrradfreundliches Schwerte.
Wir sind Mit-Organisator des jährlich stattfindenden Stadtradelns und arbeiten u. a. im Rahmen der MitMachStadt Schwerte daran, den Verkehr in unserer Stadt ein Stück weit umweltfreundlicher auszurichten. Gemeinsam mit den beiden Gymnasien RTG und FBG haben wir Ende 2024 die Einrichtung der für Schwerte ersten Fahrradstraße erreicht. Die Einrichtung weiterer Fahrradstraßen war auch eine Kern-Forderung der Fahrraddemo, zu der wir im Juli ’25 aufgerufen hatten. Zahlreiche Bürgerinnen und Bürger sind daraufhin seinerzeit mit fröhlichem Klingeln durch die Schwerter Innenstadt geradelt, schwerpunktmäßig auf Wegen und Straßen, die im Alltag auch als Schulwege genutzt werden.
Von Frühjahr bis Herbst veranstaltet der ADFC Schwerte geführte Radtouren im Umfeld der Stadt: Jede Woche freitags bieten wir Feierabendtouren an, dazu alle zwei Wochen sonntags Tagestouren. Alle Touren verlaufen weitgehend auf verkehrsarmen Routen; sie sind grundsätzlich kostenfrei und offen für jedermann. Statt sportlicher Höchstleistung stehen Gemeinschaftserlebnis und Kommunikation im Vordergrund. Wichtig ist uns die Toleranz untereinander und gegenüber allen anderen Verkehrsteilnehmen.
Ein besonderes Angebot sind unsere mehrmals im Jahr stattfindenden Fahrsicherheitstrainings für Pedelec-Fahrerinnen und -Fahrer. Damit möchten wir diesen mehr Sicherheit auf zwei Rädern vermitteln und dadurch mögliche Hemmschwellen für die Radnutzung abbauen.
Ob das Fahrrad nun eine Elektro-Unterstützung hat oder nicht, im Alltag oder in der Freizeit genutzt wird – aus unserer Sicht steht es für Lebensqualität und nachhaltige Mobilität.
3. Schwerte ist für uns…?
… eine lebenswerte Kleinstadt an der Ruhr – überschaubar, grün und voller Möglichkeiten. Wir schätzen die kurzen Wege, die Nähe zur Natur und die freundliche, offene Atmosphäre. Schon bisher ist Schwerte für Radfahrende viel mehr als nur der RuhrtalRadweg. Sofern man bereit ist, das eigene Flusstal zu verlassen, und die angrenzenden Hügel nicht scheut, lernt man den besonderen landschaftlichen Reiz des Schwerter Umlands zu schätzen. Sehr schnell wird dabei deutlich, dass unsere Stadt eigentlich gute Voraussetzungen für die Fahrrad-Nutzung gerade auch im Alltagsverkehr bietet – zumindest seit es Pedelecs gibt. Ganz wesentlich wäre aber, dass ein solcher Trend durch die Verkehrs-Infrastruktur unterstützt wird.
4. Unsere Lieblingsspots in Schwert?
Monika: Ich liebe insbesondere den Schwerter Wald, weil ich hier zu jeder Jahreszeit die Natur genießen kann. Ob beim Joggen, Wandern, entspannten Spaziergang oder mit dem Fahrrad – die Wege bieten für jede Stimmung und Jahreszeit das Richtige. Der Schwerter Wald ist für mich der ideale Ort, um durchzuatmen, abzuschalten und neue Energie zu tanken.
Bernd: Mein Lieblingsspot ist der RuhrtalRadweg zwischen dem Westhofener Stadion und der Staustufe in Westhofen.
Harald: Ich bin immer wieder begeistert von den Ausblicken, die man von den Höhenzügen beiderseits der Ruhr auf die ins Flusstal eingebettete Stadt hat. Vor allem aus dieser Perspektive fällt auf, wieviel Grün Schwerte zu bieten hat. Besonders gefällt mir der Blick vom Beginn des Mutter-Möller-Wegs im Osten des Schwerter Waldes.
5. Der ADFC Schwerte in 5 Jahren?
Was den ADFC Schwerte selbst betrifft, kämpfen wir wie auch viele andere Vereine mit unserer Altersstruktur. Mit unseren 2022 ins Programm aufgenommenen Feierabendtouren versuchen wir gegenzusteuern. Obwohl dies Angebot insgesamt sehr gut angenommen wird, ist aber die Akzeptanz seitens der eigentlichen Zielgruppe, den noch im Beruf stehenden Arbeitnehmer*innen, immer noch zu gering. Hier hoffen wir mittelfristig auf wachsenden Zuspruch.
Unter Umweltaspekten hoffen wir, dass der Anteil des Radverkehrs in Schwerte sich in den nächsten Jahren spürbar vergrößert und wir unseren Teil dazu beitragen können. Unsere Vision ist ein fahrradfreundliches Schwerte, in dem Bewegung, Lebensqualität und Nachhaltigkeit zusammenfinden.
Fotos: ©ADFC-Schwerte
Website: ADFC Schwerte